Die Legende von Michael von Lautern
Fiktive Vita eines Adligen im 13. Jahrhundert aus Kaiserslautern
 

UDer Magister Michael von Lautern / von Hohenecken im Heerlager der LEGENDE e.V. Kaiserslauternm das Jahr 1200 nach der Fleischwerdung der Herrn beginnt der Reichsministeriale Reinhard von Lautern, Ritter und Reichsschultheiß zu Lautern mit dem Bau der Burg Hohenecken als Befestigungsanlage im Umland zum Schutze des Reichslandes sowie der vor wenigen Jahren fertig gestellten Kaiserpfalz zu Lautern. Vor diesem Hintergrund erblickt Michael von Lautern nach 1200 das Licht der Welt, geboren als dritter Sohn der Reichsministerialen von Lautern im Elterlichen Stadthaus nahe des Marktplatzes von seiner Mutter Adelheid von Saarbrücken.
Davon, dass 1209 ein Welfe, nämlich Otto IV. von Braunschweig gar in Rom zum Kaiser gekrönt wird, bekommt das aufgeweckte Kind noch nichts mit, erst die Königswahl und Krönung König Friedrich II. im nahen Mainz im Jahre 1212, ein großes Thema in der Familie, wird ihm unausweichlich in Erinnerung bleiben.

Im selben Jahr bereits kommt Michael von Lautern durch seine Hauslehrerin, die Begine Judith mit Wolfram von Eschenbachs neuem Werk „Parzival“ in Kontakt, das ihn ebenfalls sehr prägen sollte. Im Prämonstratender-Kloster und - Spital nahe dem Marktplatz von Lautern erhält er bereits in sehr jungen Jahren Unterricht und fällt dort früh durch seine Ablehnung des IV. Laterankonzils auf, während der nach Deutschland zurückgekehrte König Friedrich II. eigenhändig den letzten Nagel in den Karlsschrein des Aachener Münsters schlägt. Mit ihm kommt Michael von Lautern noch dessen Krönung im Sommer 1215 in Kontakt, als der zwanzigjährige Friedrich Roger (seit 1196 deutscher König und seit 1198 König von Sizilien) auf seinem Rückweg aus Süddeutschland nach Aachen in Lautern weilt Es kommt sogar zu einem kurzen Gespräch im Kaisersaal der heimatlichen Reichsburg und Kaiserpfalz am Rand der Abmachungen mit Michaels Vater, dem politischen Freund und Reichsschultheißen Reinhard von Lautern, welcher ein mit Einnahmen durch Patronatsrecht (zu Ramstein) verbundenes Reichslehen übertragen bekommt. Weitere Schenkung des Patronsrechts über die Kirche von Weilerbach durch Friedrich II. an Ritter Reinhard von Lautern, ebenfalls als Belohnung für eine von Friedrich geforderte Reise. Die Stadt Lautern wird seitdem urkundlich nicht mehr als „villa“ (Weiler, Dorf), sondern als „burgus“ bezeichnet und man spricht über den bevorstehenden Bau einer Stadtmauer. Reinhard von Lautern bricht bald darauf gen England auf, nach Nottingham und nach Canterbury. Sein Sohn Michael begleitet ihn auf dieser betont inoffiziellen, viermonatigen Reise. Er bringt unter anderem Abschriften der Magna Carta und Kopien von Schriften des Anselm von Canterbury für seinen Sohn mit.

Den noch sehr jungen Michael von Lautern beschäftigen seine Reiseerlebnisse sehr lange und um sich mitzuteilen beginnt er einige Zeit später eine Brieffreundschaft mit Albert von Bollstädt aus Lauingen (Schwaben), dem kaum älteren Spross einer ebenfalls staufischen Ministerialfamilie und Sohn eines schwäbischen Ritters, die zu seinen bemerkenswertesten intellektuellen Freuden zählt – bis zum Mai 1218. Da nämlich taucht der geheimnisvolle Philosoph Bruder Johannes auf der Durchreise für einige Tage in Lautern auf und es kommt zu höchst inspirierenden Gesprächen und einer kurzen gemeinsamen Reise ins nahe Breisgau zur Taufe Rudolf von Habsburgs. Dabei kommt es zu einem Wiedersehen mit dessen Taufpate König Friedrich II., der zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnt, dass nach dem wenige Monate später erfolgenden Todes des Welfenkaisers Otto für ihn die Bahn frei wird, um zwei Jahre später in Rom zum Kaiser des Sacrum Romanum Imperium (Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation) gesalbt zu werden.
Wappen der Familie von Lautern-Hohenecken aus Kaiserslautern in der mittelalterlichen Darstellung
In dieser Zeit intensivieren sich die Studien des Michael von Lautern, der, gefördert von seinem Elternhaus und seinen Geschwistern sich nicht nur wie viele mit dem relativ neuen Nibelungenlied beschäftigt, sondern wissenschaftlich zu Forschen beginnt, etwa anhand des bis dato noch unbekannten "Corpus Hermeticum", einer Sammlung von 18 anonymen griechischen Prosaschriften aus dem 2. u. 3. Jahrhundert., die wahrscheinlich in Ägypten entstanden ist und sich als Offenbarungen des Hermes Trismegistos (Dreimalgrößten Hermes), des ägyptischen Gottes der Weisheit, ausgeben. Aber auch die Epik interessiert ihn stark, die er als junger, lebenslustiger Mann natürlich auch nutzt, um mittels einzelner Trink- und Spieler- und Liebeslieder aus der Sammlung "Carmina burana" bei Festen und Gelagen den holden Maiden aufzuwarten.

Und so kommt es, dass zwei Jahre, nachdem in Paris, insbesondere für die Studenten an der Sorbonne ein Edikt erlassen wird, welches ausdrücklich Meuchelmord, Straßenraub, Einbruch in Häuser, Ehebruch und die Entführung und Schändung von Jungfrauen verbietet, auch Michael von Lautern mit den besten Geleitbriefen vor den Toren der mittelalterlichen Paris steht, ohne große Sprachkenntnisse außer seines provinziellen Lateins. Auch als ausländischer, nichtklerikaler Bewerber gelingt ihm die Aufnahme des Studiums an der Universität zu Paris. Er wird dort Scholar der Artistenfakultät im Grundstudium (Artistenfakultät) der 7 freien Künste (artes liberales): Grammatik (Latein), Dialektik (Logik, Philosophie), Rhetorik, allerdings nennen ihn seine Kommilitonen als Anfänger auch noch sehr oft „Grünschnabel“. Zwei Jahre nach der Krönung Friedrichs II, besucht ihn 1222 sein Brieffreund Albert von Bollstädt, welcher gerade nach Padua in Italien zu seinem Onkel gezogen war, um an der Universität sein Studium begonnen zu können und gleich ein Erdbeben dort erlebt hatte. Der Versuch, ihm die Entscheidung zum Eintritt in den gerade erst sieben Jahre alten Dominikanerorden auszureden, scheitert allerdings.

Der weitere Verlauf des Studiums an einer der ersten Universitäten überhaupt geht Michael von Lautern gut von der Hand. Trotz häufiger nächtlicher Zechgelage und diverser Ausschweifungen, die eben zum Studentenleben in Paris dazugehören, erhält er immer wieder Lob von seinen Magistern und Doctoren für seinen Wissensdurst und Lernwillen, was zu einem frühen Abschluss des "Trivium" (Grammatik, Dialektik, Rhetorik) und sehr gutes Bestehen der Prüfung zum Baccalaureus 1223 führt. Sein besonderen Interesses in der Dialaktik, genauer der Philosophie kann er in dieser Zeit ebenfalls vertiefen. Die sich verbreitende Neuigkeit, christliche Pilger hätten in Armenien einen Juden gesehen, der einst den kreuztragenden Christus angetrieben und von ihm die Antwort erhalten habe: "Ich werde gehen, aber du wirst auf mich warten, bis ich zurückkomme" führt zum zusätzlichen Studium der Thematik des „Ewigen Juden“ und einer ersten Veröffentlichung eines Aufsatzes.
Im Jahr darauf lehnt Michael von Lautern eine Berufung (in Anbetracht der ständigen Unterversorgung mit entsprechend qualifizierten Lehrern) zur neu gegründeten Universität Neapel als jüngster Magister ab, obwohl dort unter dem Schutz einer königlichen Verfassung auch hochinteressante orientalische Studien angeboten werden. Er möchte lieber sein "Quadrivium" (Arithmetik, Geometrie, Astronomie/Astrologie, Musiktheorie) früh abschließen und die Prüfung zum Magister Artium mit Berechtigung zur Dozententätigkeit in den artes liberales bestehen, was ihm im März 1225 auch gelingt. Allerdings gibt es zu dieser Zeit keine Promotionsmöglichkeit in den artes liberales, deshalb auch "brotlose Künste" genannt.

Die Quadriviumsfeier hält er daheim in Lautern auf Burg Hohenecken ab, wo es zu einem zufälligen Gespräch mit Heinrich VII, Kaiser Friedrichs Sohn kommt, der zu dieser Zeit einige Tage in Lautern verbringt.
Ab 1226 nimmt er schließlich das Hauptstudium (eine der höheren Fakultäten Theologie, Recht, Philosophie oder Medizin) mit wissenschaftlicher Vertiefung im Bereich Philosophie auf, veröffentlicht einige kleinere Schriften über den "Hermetismus" und bekommt den Ruf eines Mystikers.

Der kurz vor der umstrittenen Einrichtung der Inquisitionsgerichte durch Papst Gregor IX. 1227 veröffentlichte Aufsatz „Toleranz“ über die Albigenser und Katharer führt zur Ächtung Michaels von Lautern durch viele Doctoren und es beginnen einige heftige, unrühmliche und unnötige Streitgespräche mit Kommilitonen und anderen Magistern. 1228 schließlich bricht er das Hauptstudiums ab, auch aufgrund fehlender Geldmittel und wendet sich enttäuscht wieder mehr den weltlichen Dinge zu, nämlich dem Aufbruch im 5. Kreuzzug unter Kaiser Friedrich II. gen Jerusalem, an dem er sich kurz entschlossen beteiligt. Dort schließt er schnell Freundschaft mit Michael Scotus, dem über fünfzigjährigen Hofastrologen, Philosoph und Übersetzer vom Arabischen ins Lateinische, der für einige Zeit zu seinem Mentor werden soll.

1228 überschlagen sich die Ereignisse auch für den jungen Magister aus pfälzischen Landen. Während der Landung in Akkon trifft er zufällig wieder den Philosophen Bruder Johannes, er erlernt die arabische Schriftsprache bei Michael an von Ägypten über den Erhalt von Jerusalem, Bethlehem und Nazareth an. Bei der Selbstkrönung Friedrichs II. am 18. März 1229 in der Grabeskirche ist er anwesend und hört zu Weihnachten als einer der ersten vom Gerücht, Papst Gregor IX. versuche in der Heimat, einen Gegenkönig in Deutschland zu installieren, während der Kaiser im Heiligen Land weilt.

SDer Magister Michael von Lautern / von Hoheneckencotus anhand der fünf Traktate umfassenden aristotelischen Schrift „De animalibus“ und hilft ihm dadurch ein wenig bei der Übersetzung, er wird plötzlich Gesandter des Bruder Johannes in inoffiziellen Missionen, unter anderem auch zu Kaiser Friedrich II., den er als "Spiegel der Welt" bezeichnet, sowie zu Emir Fakhr ed-Din und dadurch ist so etwa anwesend bei der Schenkung eines Elefanten durch el-Kamil. Er führt angeregte Diskussionen mit arabischen Gelehrten über (insbesondere aristotelische) Philosophie sowie zusammen mit dem Freund Michael Scotos über die "Metaphysica nova", also dessen Übersetzung der Metaphysik aus dem Arabischen und fertigt Kopien des Vertragsabschlusses mit dem Ayyubiden Malik al-Kamil, Sultan von Ägypten über den Erhalt von Jerusalem, Bethlehem und Nazareth an. Bei der Selbstkrönung Friedrichs II. am 18. März 1229 in der Grabeskirche ist er anwesend und hört zu Weihnachten als einer der ersten vom Gerücht, Papst Gregor IX. versuche in der Heimat, einen Gegenkönig in Deutschland zu installieren, während der Kaiser im Heiligen Land weilt.

Bald darauf kommt es dann auch zur Rückreise im kaiserlichen Tross nach Apulien (Sizilien), wo es zu angeregten Diskussionen mit dem andalusischen Philosophen Ibn Sabin über die Verwendung von Reliquien als Apotropaion kommt, während Nachricht eintrifft, dass der Papst. Johann von Brienne mit einem Heer nach Sizilien entsendet hat und um den Widerstand zu schwächen, die Nachricht verbreiten ließ, Friedrich sei tot. Dieser tot geglaubte Kaiser jedoch trifft nun am 10. Juni 1229 in Brindisi ein und zieht ein Heer aus Kreuzrittern, Sarazenen und Sizilianern zusammen, erobert die Provinzen in kurzer Zeit zurück und hält erst an der Grenze des Kirchenstaates an, da er Waffenstillstandsverhandlungen und ein Übereinkommen mit dem Papsttum sucht.

In den unbeständigen Wirren jener Tage entsteht das „Legendäre Lager“, dem sich Michael von Lautern aus Freundschaft gerne anschließt, ein Zusammenschluss tapferer Mannen und Frouwen im Tross Friedrichs II., die sich innerhalb kürzester Zeit einen solchen Namen machen, dass sie die einzigen sind, die den Kaiser bei einer inoffiziellen Reise begleiten dürfen, der einen Ort sucht, um sich mit seinem Sohn, Heinrichs VII. versöhnen zu können. Michael von Lautern bietet aufgrund alter Familienbande die Burg Hohenecken bei Lautern an, wo mittlerweile sein Bruder Siegfried von Lautern als Reichsschultheiß residiert. Die Versöhnung mit Heinrich (VII.), der vor acht Jahren zum König gekrönt wurde und besonders die Stadtbürger und die Reichsministerialen bevorzugt scheitert, da dessen fürstenfeindliche Politik gegenläufig ist zu der Friedrichs II., der die Fürsten braucht und eine Abneigung gegen die freien Städte hat. Jedoch findet ein anderes, nun doch öffentliches Ereignis am Rande dessen statt: Den 5. Weinmonat 1230, also am 5. Oktober wird durch des Kaisers Friedrichs Hand unter Anwesenheit des Mitglieder des „Legendären Lagers“ ein Hecht im Kaiserwoog zu Lautern ausgesetzt, mit einem gülden Kettlein mit fremdartigen Schriftzeichen. Außerdem verschwindet hernach der Kaiser nach einem Besuch der Gänge und Höhlen des Kaiserberges östlich der Kaiserpfalz sehr lange alleine ohne Führer darin. Im Volk entsteht dadurch die Legende um ihn bzw. seinen Großvater Barbarossa, die auch nach ihrem Tode noch dort verweilen sollen.
Die Familie des Michael von Lautern benennt sich in Absprache mit dem Kaiser nun nach ihrem bevorzugten Aufenthaltsort, der neu erbauten Burg Hohenecken, um in „von Hohenecken“. Noch während man gemeinsam zurückreist, setzt Papst Gregor IX. die Inquisition ein und betraut die Dominikaner mit der Verfolgung der Ketzer, was heftige Wortschlachten zwischen den Brieffreunden Michael von Hohenecken und dem Dominikaner Bruder Albert von Lauingen nach sich zieht.
Am 23. Januar 1231 führt beim Hoftag in Worms eine laute, öffentliche Disputation (Streitgespräch) zwischen Michael von Hohenecken und Konrad von Marburg dazu, dass man Michael von Hohenecken aufgrund der pauschalen, schwer widerlegbaren Vorwürfe nicht nur für einen Mystiker, sondern auch für einen Magier hält...

Es begab sich nun in jenem legendären Jahr Anno Domini 1230 am 3. Tage des 5. Weinmonats, dass der Herrscher Kaiser Friedrich II. die Kaiserpfalz seines Großvaters Friedrich Barbarossa, zu Lutra besuchte.

Östlich der Pfalz, um Ufer des kaiserlichen Wooges zu Lutra lagerte das Kontingent aus den Umlanden welches das kaiserliche Heer auf dem Kreuzzuge begleitete. Just als der Kaiser am Wooge verweilte, fingen Fischer in einem Netz einen Hecht von 190 Pfund Gewicht und einer Länge von 19 Werkschuhen. An ihm war ein güldnes Kettlein mit der lateinischen Aufschrift:
„Ich bin der Fisch, am allerersten in den See kommend durch des Kaisers Friedrich I. des Andern Händ’ den 1. Wonnemonat Anno 1147.“
Danach wurden die Teilnehmer des Lagers alsbald unter dem Namen - Das Legendäre Lager- bekannt.


Gegeben im Jahre des Herrn zweitausendundvier

Michael von Lautern

Scholis Magistri Parisienses
Magister Philosophiae